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Weinstein, Säure, Restsüße
& Alkohol
Weinstein
ist ein schwerlösliches Kaliumsalz der Weinsäure, das in rhombischen
Kristallen ausfällt und in Flaschenweinen ein Depot bilden kann.
Weinstein ist ein natürlicher Bestandteil von Most, und Wein, völlig
geschmacksneutral und daher kein Grund zur Beanstandung, sondern eher
ein Zeichen für Qualität, da Weinsäure in reifen Trauben relativ stärker
vertreten ist als in unreifen (diese enthalten mehr Äpfelsäure).
Säure
Die wichtigsten Säurearten im Wein sind die Äpfelsäure und die Weinsäure.
Der Gesamtsäuregehalt wird in Promille angegeben. Die deutschen Weine
zeichnen sich, ähnlich wie das Obst aus nördlichen Breitengraden,
durch ihre fruchtige, lebendige Säure aus. Steht die Säure in einem
als angenehm empfundenen, harmonischen Verhältnis zur Restsüße und
zum Extraktgehalt eines Weines, dann spricht man von fruchtiger, reifer
oder saftiger Säure. Ist die Säure unangenehm vorherrschend, so nennt
man sie hart, spitz, grasig oder grün. Für deutsche Weine gilt die
Faustregel: Die Säure in
Promille soll ein Zehntel des Mostgewichtes betragen, so sind z.B. bei
80° Oechsle 8 Promille Säure optimal.
Restsüße
Der Zuckeranteil, der nach abgeschlossener oder auch künstlich
unterbrochener Gärung im Wein zurückbleibt. Die Bezeichnung ist unglücklich
gewählt, denn auch ein völlig durchgegorener Wein kann "Rest"-Zucker
aufweisen, wenn er nach der Gärung mit Süßreserven versetzt wird. Die
Menge an Restsüße, insbesondere das Alkohol-Restzucker-Verhältnis,
ist nicht willkürlich, sondern gesetzlich geregelt. Ein gewisser
Restzuckergehalt gibt vor allem dem säurereichen Wein eine angenehme
Abrundung, während zuviel Restsüße seine feineren
Geschmackskomponenten überdeckt.
Alkohol
Bei der Gärung spaltet die Hefe den im Most enthaltenen Zucker in Äthylalkohol
(C2H5OH) und Kohlendioxid (CO2). Der
Alkoholgehalt wird entweder in Volumenprozent (Vol.-%), in Grad (°)
oder in Gramm pro Liter (g/l) angegeben. 8 g/l entsprechen 1 Vol.-%
oder 1°. Zu niedriger Alkoholgehalt (unter 8 Vol.-%) kann
Weine flach und ausdrucklos erscheinen lassen. Zu hohen Alkoholgehalt
empfindet man als aufdringlich. Den geringsten Alkoholgehalt haben Weine
aus nördlichen Anbaugebieten (Deutschland, Österreich, Schweiz).
Deutscher Tafelwein muß dem Gesetz nach über 8,5 Vol.-%, Qualitätswein
über 9 Vol.-% Alkohol aufweisen.
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