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Schiefer - Naturbaustoff für Dach und Wand

Wichtige Eigenschaften des Devonschiefers unserer Heimat sind Härte, Farbe, Verwitterungsbeständigkeit, Spaltbarkeit, ... Sie wurden bereits durch die unterschiedlichen Bedingungen in der Entstehungszeit vor 417 - 296 Mil. Jahren bestimmt. Entscheidend waren Korngröße, Zusammensetzung der abgelagerten Tonschlämme, die vielen hundert Grad Hitze aus dem Erdinneren und der gewaltige Druck über mehrere Mil. Jahre.
Eine Umlagerung des ursprünglichen Gefüges in eine plättchenförmige Struktur mit engständiger Scherflächen und eine zusätzliche Verzahnung untereinander gaben dem Schiefer die charakteristische Eigenschaft der Spaltbarkeit in dünne Platten. Jedoch nur an wenigen Stellen in unserer Region waren diese Voraussetzungen so erfüllt, dass ein dauerhafter Schieferabbau für Dach oder Mauer möglich war. 
Schon die Römer nutzten vor fast 2000 Jahren den Schiefer zur Dachdeckung, zu der sich nur besondere Schieferqualitäten eignen. Dachschiefer muss besonders gleichmäßig sein und ist nur in bergfrischem Zustand in dünne Scheiben spaltbar. Besonders hochwertige Dachschiefervorkommen gab es in Bundenbach/Hunsrück und in Fell bei Trier, beide mit einem empfehlenswerten Schaubergwerk. Heute wird jedoch nur noch im Raum Mayen heimischer Dachschiefer gefördert, während der überwiegende Teil aus Spanien und Portugal importiert wird.
Viele aufgelassene Steinbrücke um Kröv (auf der rechten Moselseite in der "Hehl", diesseitig im "Neuenberg", am "Hähnchen", am "Burgberg" (keltische Fliehburg, erbaut um 500 v. Chr.), zeugen noch heute von der einstigen Bedeutung der Bruchsteingewinnung für den Mauerbau. Überwiegend im Winter und Frühjahr wurde diese harte Arbeit im Tagebau geleistet. Dabei arbeitete man in einem breiten, stufenförmig angelegten Bruch von oben nach unten. Auch kompakt wirkende Felsgesteine besitzen feinste Haarrisse, die durch das Wachstum einfacher Organismen sichtbar werden. Ein geübtes Auge und viel Erfahrung sind notwendig, diese Trennflächen zu erkennen und zu nutzen, um Bruchsteine mit parallelen Flächen und möglichst rechtwinkligen Bruchkanten aus dem Fels herauszulösen.
Große, flache Schieferplatten für den Fußboden in Hof, Scheune Keller und Küche (Estrich) lieferte die "Estrichlay" unterhalb des Kröver Burgberges (Name volkstümlich verstümmelt zu "Essig-Lay"). Schieferbruchsteine dienten schon zur Keltenzeit als Baumaterial für Wehranlagen, später für Trockenmauern in den Weinbergen, für den Bau von Häusern, Burgen, Kirchen, ...
Die Farbpalette des Devonschiefers ist mannigfaltig und reicht von silbergrau, vielen Brauntönen über blau bis zu schwarz. Somit wird die Farbigkeit der Architektur im Moseltal - früher noch mehr als heute - sowohl bei der Fassade als auch beim Dach im wesentlichen von der Geologie bestimmt.


Schiefer-Fassade                     Schiefer-Dächer                                            Bruchsteinhaus                              Trockenmauer im Weinberg
 

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