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Prägung des Moseltals

Die heute sichtbare Flusslandschaft wurde in den letzten 2 Mil. Jahren geformt, als das Rheinische Schiefergebirge um rund 250 Meter angehoben wurde. Bis dahin durchfloss der Urstrom der Mosel breit und träge eine nur wenige Meter über dem Meeresspiegel liegende Ebene und verlagerte dabei immer wieder weiträumig sein Flussbett. Jetzt musste die Mosel sich tief in das aufsteigende Gebirge einschneiden. Die Tiefenauswaschung konnte mit der Heraushebung der Landmasse Schritt halten.
Unterschiedlich hartes Gestein am Ufer oder auch an der Flusssohle zwang die Mosel öfter zu Richtungsänderungen unter Bildung der vielen kleinen und großen Fluss-Schleifen (Mäander). Ein markantes Beispiel einer Moselschleife liegt direkt vor Ihnen (siehe Abb. unten). In einem Bogen von 10 km umfließt die Mosel den "Mont-Royal", dagegen beträt die engste Stelle zwischen Kröv und Kövenig nur 875 Meter.
Noch ausgeprägter erscheint diese Halbinselbildung am "Barl" zwischen Pünderich und Bullay. Nach 11 Stromkilometern trennt die beiden Flussufer unterhalb der Marienburg ein "Hals" von nur 300 Metern Breite und 45 Metern Höhe. Zwischen Mülheim und Lieser gelang dem Fluss vor ca. 80.000 Jahren ein Mäanderdurchbruch und er schuf damit eine landschaftsprägende und beeindruckende Umlaufbergregion.
Ruhephasen während der Hebung trugen zur Bildung der Moselterrassen bei. Entscheidend jedoch war der Wechsel von Eiszeiten und Warmzeiten. Längerer Dauerfrost in bis zu 2,50 m Tiefe förderte die Schuttbildung. Dieser wurde als Kies und Sand an der Innenseite der Schleifen (Gleithang) wegen verminderter Strömung und damit nachlassender Transportkraft der Mosel abgelagert. In den wärmeren Zwischeneiszeiten verbreiterte der Fluss sein Bett durch Seitenerosion am Prallhang. Beim nächsten Einschneiden in den Untergrund entstanden so die Hangterrassen als Reste des alten Talbodens. Dir Flussterrassen am Gleithang bilden gute Voraussetzungen für Siedlungen und zur Landnutzung. Dagegen sind die nach Süden ausgerichteten Steillagen am Prallhang Garant für hochwertige Weine; z.B. Kröver Steffensberg, Letterlay, ...
Rund 100 km beträgt die Luftlinie von Trier nach Koblenz, dagegen ist der Weg im Tal etwa doppelt so lang. Die vielen Schleifen, insbesondere an der Mittelmosel, bilden eine eindrucksvolle Flusslandschaft, die in Europa wohl einmalig ist.