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Kleine

der letzten 100 Jahre
1904 war ein großer Weinjahrgang. Nach mildem Winter und heißem Sommer begann die Reife sehr früh. Feuchte Herbsttage begünstigten die Botrytis-Edelfäule der Trauben, die in allen Weinanbaugebieten Spitzenweine ermöglichte. Der Ertrag war meist reichlich
1911 war ein Jahrgang mit außerordentlich viel Edelweinen und meist hohen Durchschnittserträgen. Ein sonnenreicher, heißer Sommer bescherte ein frühe Reife. Bei herrlichem Lesewetter konnten die Winzer in sommerlicher Kleidung die Ernte einbringen. Der Wein ging als "Kometenwein" in die Weinchronik ein
1921 folgte nach einem frühen Austrieb ein warmer, trockener Sommer und ein sonniger Herbst. Dieses ideale Wetter bescherte einen Jahrhundertwein. Es gab eine reichliche Ernte mit Weinen von seltener Güte und Eigenart. Auch in weniger guten Lagen reiften hervorragende Spitzengewächse heran. Der hohe Anteil an edelreifen Botrytistrauben führte oft zu Gärschwierigkeiten und damit zu viel edelsüßen Ausleseweinen
1933 war ein sehr guter Jahrgang mit meist reichlichem Ertrag. Nach milder und trockener Witterung im Winter und Frühjahr folgte ein kühler, nasser Vorsommer. Der Spätsommer und Herbst machten mit viel Sonne und Wärme wieder alles gut. Es gab viel reife Weine. Die Lehre: man darf einen Weinjahrgang nie zu früh beurteilen.
1937 war ein hervorragendes Weinjahr. Das günstige Frühjahr brachte eine frühe Blüte. Ein warmer Sommer und ein sonniger Herbst bescherten einen reichen Ertrag mit vorzüglichen Qualitäten. Der Anteil an vollfruchtigen, edelsüßen Spitzenweinen war bei spät gelesenen Rieslingweinen erfreulich hoch. Die Langlebigkeit der 1937er Weine wurde sehr geschätzt.
1945 Es war ein ganz großer Wein, die Vokabel "Jahrhundertwein" wurde auch für den 45er bemüht. Aber der Ertrag - den niemand mehr amtlich registrierte - war nicht nur aufgrund klimatischer Einflüsse so gering. Es waren keine Arbeitskräfte mehr da, die Schädlingsbekämpfung zu besorgen, und so wurde viel Wein von der Peronospora vernichtet. Und natürlich fehlten auch zur Zeit der Weinlese die Männer.
1953 Das war ein Weinjahr! Die Mostgewichte lagen weit über dem Durchschnitt und so gab es Spitzengewächse von seltener Eleganz und edler Reife
1959 ein Jahrhundertwein. Nach einem frühen Austrieb wurde den Reben ein Bilderbuchsommer zuteil. Der Entwicklungsvorsprung blieb bis zum frühen Lesebeginn erhalten. Der Ertrag war mit 70,5 hl/ha im Bundesdurchschnitt recht erfreulich. Der größte Anteil der Mostgewichte lag mit über 90° Oechsle im Bereich feiner Spitzengewächse. Der hohe Anteil an edelreifen Botrytisbeeren ermöglichte die Gewinnung von Beeren- und Trockenbeerenauslesen von langlebiger Zukunft.
1969 war ein guter Jahrgang in Qualität und Ertrag. Nach spätem Austrieb und sehr später Blüte, folgte bei hochsommerlicher Witterung im Juli und August eine zügige Entwicklung der Trauben. Die Qualität der 1969er Weine war breit gestreut. Der Riesling brachte über 50 % Naturweine mit teilweise hervorragenden Spät- und Auslesen.
1975 der Januar war der mildeste in Mitteleuropa seit 1794. Das Osterfest war dagegen extrem kalt und schneeweiß. Die späten Gescheine ließen zunächst keinen Spitzenjahrgang erwarten, und auch der Sommer brachte nur mittlere Bedingungen. Der extrem günstige Herbst ließ aber dann doch die Weinqualität besonders bei spätreifen Sorten bis weit über den Durchschnitt ansteigen.
1976 ein königlicher Weinjahrgang. Die Klimastatistik registrierte 1976 den heißesten Sommer seit 100 Jahren. Für alle Rebsorten begann die Lese bereits im September. Die Erträge waren allgemein gut. In trockenen Schiefer-Steillagen gab es jedoch oft nur einen halben Herbst mit 100 % Prädikatsweinen, meist im Auslesebereich über 90° Oechsle. In großem Umfang war die Lese von Beerenauslesen möglich. Die 1976er Spitzenweine präsentierten sich nach zwei Jahrzehnten noch mit einem großen Reichtum an edlen Reifemerkmalen.
1983 gab es einen vollen Herbst mit breiter Palette an Qualitätsstufen. Das Weinjahr begann mit einem sehr nassen Frühjahr. An Rhein und Mosel gab es zweimal Hochwasser. Es folgte ein warmer, trockener Sommer. Sehr starker Traubenansatz führte bei frühreifen Sorten oft zu bescheidener Qualität. Die späteren Sorten, insbesondere der Riesling, machten nach einigen Regenfällen ab dem 30. September noch im Oktober und Anfang November beachtliche Reifefortschritte. In besten Rieslinglagen wurden bis zu 90 % Prädikatsweine mit Spät- und Auslesen geerntet. Am 15. November gelang bei -8°C die Lese von hochwertigem Eiswein
1995 gute Qualität bei mittlerem Ertrag. Das Weinjahr 1995 hatte nach einem frühen Austrieb und einer zügigen Blüte einen guten Start. Der sonnenreiche Sommer brachte einen frühen Reifebeginn. Ein kühler, feuchter September verursachte bei den frühen Rebsorten starke Einbußen an Menge und Qualität. Der warme, trockene Oktober brachte dem Riesling noch beachtliche Vorteile in der Reifeentwicklung. In guten Lagen konnte ein hoher Anteil als Prädikatswein bis zu eleganten Auslesen geerntet werden. In einigen Lagen gelang am 5. und 6. November die Lese von Eiswein