Impressum

                    


Kelterung


Alte Baumkelter von 1752

Durch Keltern gewinnen wir den Saft aus den Trauben. In alter Zeit durch Treten mit den Füssen (römische Kelterbecken). Später mechanische Pressen aus Holz, Baumkelter - Bebel und Schraube Torkel - Schraubspindel, Korbkelter mit Stahlspindel und Übersetzung Korbkelter mit hydraulischem Druckwerk, Über- oder Unterdruck, 1 oder 2 Druckkörbe.
Heute: Mechanische Pressen mit Motor und horizontalem Korb, Kunststoff/Edelstahl, hydraulische und pneumatische Horizontalpressen. Kontinuierliche Schneckenpressen in Großbetrieben.
Die Kelterung soll schonend und zügig erfolgen. Weiße Trauben nicht zu lange auf der Maische stehen lassen. Vorheriges Mahlen oder anquetschen im Erntewagen meist erforderlich. Entrappen bei weißen Sorten nicht notwendig. Rückstände sind die Trester = Beerenhäute, Kerne, Stiele.
Mostgewicht, Oechsle, Säure
Mostgewicht ist das spezifische Gewicht des Mostes (Zuckergehalt). Die Gradzahl gibt in Gramm an, um wie viel schwerer Most gegenüber Wasser ist. 1° Oechsle entspricht in etwa 1 Gramm Alkohol im fertigen Wein. Gemessen wird meist mit der, von dem Pforzheimer Physiker Ferdinand Oechsle (1774-1852) erfundenen, Mostwaage - Ärometer

Ein wichtiger Bestandteil des Weines ist die Säure. Weine ohne Säure sind matt und ohne Charakter. Säure gibt dem Wein Rasse und Eleganz. Moselweine, und hier besonders der Riesling, sind berühmt für ihre anregende Fruchtsäure. Der Wein enthält in der Hauptsache Wein- und Apfelsäure. Überwiegt der Weinsäureanteil = guter, harmonischer Jahrgang

Weinstein ist eine Kristallausscheidung im Fass und auch auf der Flasche, bildet sich häufig bei früh abgefüllten, aber auch bei älteren hochwertigen Weinen. Er besteht aus weinsaurem Kalium und ist ein positives Zeichen für gehaltvolle Weine

Weinbereitung
Die Gärung
Dies ist die Umwandlung von Zucker zu Alkohol durch die Weinhefen. Dabei entstehen auch viele Nebenprodukte des Hefestoffwechsels. Diese Säuren, Ester und höherwertige Alkohole tragen entscheidend zum Geschmacksbild des fertigen Weines bei. Hefen sind natürlich im Most vorhanden. Ihre Vermehrung bewirkt den Beginn und die Beschleunigung der Gärung. Aus keltertechnischen Gründen werden heute vor allem in Großbetrieben die Moste mit besonderen Reinzuchthefen vergoren.
Der Abstich
Beim Abstich wird der junge Wein von den Hefen und anderen natürlichen Trubstoffen getrennt. Der Wein wird mit einer Pumpe vom Trub abgezogen und in ein sauberes, frisch geschwefeltes Fass gefüllt. Damit ist der junge Wein so gegen Jahresende probierfähig.
Ein zweiter Abstick verbunden mit einer Filtration zur blitzblanken Klärung erfolgt meist im darauf folgenden Januar. Wir unterscheiden Schichtenfiltration, Anschwemmfiltration mit Kieselgur und Membranfiltration bei der Abfüllung.
Die Füllung
Bevor der Wein in die Flasche gelangt, ist eine entkeimende Filtration erforderlich. Sie verhindert, dass Hefen und Bakterien mit in die Flasche gelangen. Die Abfüllgeräte müssen steril sein. Dies erreicht der Winzer meist durch Erhitzen mit Dampf. Man vermeidet so eine Nachgärung der Weine auf der Flasche. Der Füllzeitpunkt muss der Entwicklung des Weines angepasst sein. Er beeinflusst stark die Lagerfähigkeit. Im Gegensatz zu früher, wo nur durch mehrjähriges Fasslager eine Flaschenstabilität erreichbar war, füllen die Winzer heute zumeist im auf die Ernte folgenden Frühjahr ihre Weine ab. Das garantiert dem Weinfreund frisch-fruchtige haltbare Weine, die erst nach mehrjährigem Flaschenlager ihren Entwicklungshöhepunkt erreichen.


Schaubild "Abfüllen" auf dem Weinlehrpfad Kröv

Rotwein an der Mosel
gab es, wie jüngste archäologische Funde beweisen, seit der Römerzeit in unserem Weinbaugebiet. Diese standen sowohl in geschlossenen Anlagen, wie auch im gemischten Satz. Im Laufe der Jahrhunderte setzten sich die weißen Rebsorten immer mehr durch. Der letzte Kurfürst von Trier Clemens Wenzeslaus befahl 1787 nur noch Riesling-Reben an der Mosel anzupflanzen. Mit dem Siegeszug des weißen Rieslings wurden alle anderen Rebsorten nach und nach verdrängt. Der letzte geschlossene Weinberg mit Rotgewächsen an der Mosel wurde erst 1936 gerodet. Mit der erlaubten Anpflanzung von Rotweinreben im Jahr 1987 wurde somit eine Jahrtausende alte Tradition wieder aufgenommen. In guten Lagen bilden die schnelltrocknenden und leicht erwärmbaren Schieferverwitterungsböden, mit einem mittleren Gehalt an Feinerde, ideale Voraussetzungen für gehaltvolle Rotweine. Die bisherigen Erfahrungen zeigen, dass moselländische Weine vom Blauen Spätburgunder und Dornfelder selbst hohe Anforderungen von Rotweinliebhabern erfüllen. Vielversprechend und als wertvolle Ergänzung erscheint die pilz-resistente Neuzüchtung "Regent" mit einem mehr südlichen Rotweincharakter.
Roséweine: ausschließlich aus Rotweintrauben unmittelbar nach der Lese abgepresst ergeben einen lachsfarbenen bis hellroten Wein.
Weisherbst: hellgekelterte, aus Trauben einer einzigen roten Rebsorte, diese muss auf dem Etikett angegeben werden z.B. Spätburgunder Weisherbst
Maischeerwärmung: führt zu einer intensiven Farbausbeute, fruchtbetonter Rotwein mit relativ wenig Gerbstoff, frühe Trinkreife
Maischegärung: ein uraltes, bewährtes und klassisches Verfahren, Voraussetzung: gesundes, reifes und entrapptes Lesegut. Ergebnis: farbtiefer, komplexer, kräftiger Rotwein mit einem höheren Gerbstoffanteil, benötigt eine längere Reifezeit, garantiert dafür auch eine lange Lagerfähigkeit.
Winzersekt an der Mosel
Die Rebsorte Riesling von den Steillagenhängen der Mosel besitzt alle Vorzüge eines idealen Grundweines um einen Sekt von höchster Qualität herzustellen. Seine vornehme Eleganz, sein feinduftiges Bukett und unaufdringliches Aroma stehen harmonisch im Gleichgewicht mit der rassigen Fruchtsäure und der großen Nachhaltigkeit. Mosel-Riesling-Sekte sind charaktervolle, regional typische und unverwechselbare Erzeugnisse. In einer hochwertigen Veredlungsstufe bestechen sie in ihrer Ausgewogenheit, Frische und Lebendigkeit. Klassisch und individuell ausgebaut, meistens mit Angabe der Lage, der Rebsorte und des Jahrgangs, scheuen Winzersekte keineswegs den Vergleich mit dem vielgepriesenem Champagner oder anderen Schaumweinen von Weltruf. Als Apéritif, zum Dessert, als Muntermacher pur, gemixt als Früchtebowle oder kalte Ente, Mosel-Riesling-Sekte sorgen bei vielen Anlässen für ansteckende gute Laune und festliche Hochstimmung. Verpflichtend vorgeschriebene Geschmacksangabe: Bezeichung extra brut, brut, extra trocken, trocken, halbtrocken
Geschmacksangabe

Restsüße

Geschmacksempfinden
extra brut 0 - 6 g/Ltr. durchgegoren
brut 0 - 15 g/Ltr. herb
extra trocken 12 - 20 g/Ltr. feinherb
trocken 17 - 35 g/Ltr. lieblich
halbtrocken 33 - 50 g/Ltr. süß
Lagerung, Lebensdauer, Gläser, Trinktemperatur - VERBRAUCHERTIPPS
Weinflaschen sollten stets liegend gelagert werden, dunkel und kühl bei nicht allzu trockener Luft. Nur so ist eine optimale Haltbarkeit gewährleistet. Diese liegt beim Riesling zwischen 5 und 10 Jahren, oft länger. Säurearme Sorten wie Müller-Thurgau und ähnliche sollten nach 5-6 Jahren getrunken sein. Diese Angaben sind nur Anhaltspunkte. Es gibt immer wieder Weine, die sich nicht in diesem Rahmen einordnen lassen, sowohl positiv wie auch negativ. Jeder Wein erreicht seinen geschmacklichen Höhepunkt nach einer unterschiedlichen Entwicklungsdauer. Auch Weine, die diesen Punkt überschritten haben, finden noch oft ihre Liebhaber, die eine schöne Altersfirne schätzen. Überreife = Firne! Irgendwann kommt aber einmal der Zeitpunkt an dem das

Alter des Weines nur noch einen Liebhaber- oder Sammlerwert darstellt. Zum Genuss sind solche Weine nicht unbedingt zu empfehlen.

Zum richtigen Genuss beim Trinken gehören auch die richtigen Gläser. Der Glaskelch sollte apfelförmig sein und sich nach oben verjüngen. Ein richtiges Probierglas hat auch einen Stiel. Nur so ist die Hand weit genug von der Glasöffnung entfernt, und stört nicht mit ihrem Eigengeruch die Nase des Genießers beim Prüfen der Blume des Weines. Weißwein sollte etwa mit 12-14 Grad serviert werden, Rotwein mit Zimmertemperatur. Zu tiefe Temperaturen beeinträchtigen das Aroma des Weines.

Altes moselländisches 
Schoppenfläschchen mit Glas

Etikett
Das Etikett ist die Visitenkarte des Weines. Es enthält den Namen (Lage) des Weines und die Herkunft, außerdem den Erzeuger oder den Abfüller. Auch Jahrgang und Rebsorte sind meist auf dem Etikett zu lesen. Bei Qualitätsweinen ist die amtliche Prüfnummer verzeichnet.